Georg Mendheim

Der Namensgeber

Der Erfinder Georg Mendheim hat im 19.Jahrhundert durch seine Innovation im Prozess der Ziegelproduktion einen erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung in der Region Oberhavel geleistet. Georg Mendheim wurde 1836 in Frankfurt/Oder geboren. Nach seinem Physik- und Chemiestudium in Berlin entwickelte er das Ringofenverfahren bei der Ziegelherstellung weiter. Der von Friedrich Hoffman erfundene Ringofen revolutionierte die Ziegelindustrie des 19. Jahrhunderts. Der kontinuierliche Brand lieferte zum ersten Mal eine gleichbleibende Qualität der Ziegel und außerdem konnte Tag und Nacht produziert werden, was eine vorher nie gekannte Steigerung der Ziegelproduktion ermöglichte.

Statt mit Kohle wurde der von Mendheim entwickelte Ringofen mit Generatorgas befeuert. Dadurch konnten Ziegel bei höheren Temperaturen und gleichzeitig geringerem Energieeinsatz gebrannt und somit die Herstellungskosten erheblich gesenkt werden.

Der Gaskammerringofen wurde erstmalig in der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin in Betrieb genommen. Der erste Gaskammerringofen von 1870/ 71 steht im Ziegeleipark Mildenberg. Dort entstand bedingt durch die reichen Tonvorkommen eines der größten zusammenhängenden Ziegeleigebiete Europas. Durch die unmittelbare Nähe der Tonstiche zur Havel ergaben sich günstige Transportmöglichkeiten per Lastkahn. Durch die Ziegelproduktion boomte die Wirtschaft in der Region Oberhavel vor allem durch den enormen Bedarf an Baumaterial im sich rasant vergrößernden Berlin.

Das Patentamt München erteilte ihm das Patent auf den „Regenerativapparat für Flammenofen mit Gasfeuerring“. 1876 wurden 16 Gasöfen in Betrieb genommen, 1879 waren es schon etwa 150. Zwischen 1880 und 1882 bekam Georg Mendheim zwei weitere Patente, die sowohl die Anordnung als auch konstruktive Verbesserungen am System der Gas- und Verbrennungskanäle betrafen.

Im In- und Ausland für seine Verdienste geehrt starb Georg Mendheim 1903 im Alter von 67 Jahren in München. Sein Grabmal befindet sich noch heute auf dem Münchner Nordfriedhof.

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