Anfang Juni waren zwei Klassen unserer zukünftigen Erzieherinnen und Erziehern für eine Woche im polnischen Krakau. Die Fahrt bot zahlreiche Gelegenheiten, Geschichte hautnah zu erleben, kulturelle Unterschiede kennenzulernen und wertvolle internationale Erfahrungen zu sammeln.
Zu Beginn stand eine Stadtführung durch Krakau auf dem Programm, bei der die Gruppe interessante Einblicke in die bewegte und beeindruckende Geschichte der ehemaligen polnischen Königsstadt bekam.
Auf den Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wurden die Lernenden bereits im Vorfeld vorbereitet. Im Rahmen einer Lesung stellte Andrea von Treuenfeld ihr Buch „Leben mit Auschwitz“ vor. Darin berichtet sie von Gesprächen mit den Enkelinnen und Enkeln von Holocaust-Überlebenden und beschreibt eindrucksvoll, wie die Erfahrungen von Auschwitz bis heute über Generationen hinweg nachwirken. Sie zeigen, wie wirkmächtig die Ereignisse von damals auch heute noch im Leben vieler Menschen sind. Die Lesung machte deutlich: Auschwitz war nicht nur gestern – Auschwitz ist auch heute noch präsent. Diese Lesung war eine wertvolle Vorbereitung auf den Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Schülerinnen und Schüler waren tief erschüttert von den Zeugnissen der grausamen Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes. Der Rundgang durch das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager hinterließ einen nachhaltigen Eindruck und regte zum Nachdenken über die Bedeutung von Menschenrechten, Demokratie und Verantwortung an.
Nach diesem schweren und emotionalen Tag richtete sich der Blick am Donnerstag bewusst nach vorn. Während am Vortag die Erinnerung an die dunkelsten Kapitel der Geschichte im Mittelpunkt stand, konnten die Lernenden nun erleben, wie Bildung, Begegnung und gegenseitiges Verständnis die Zukunft gestalten. Bei dem Besuch einer polnischen Schule erhielten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher spannende Einblicke in das polnische Bildungssystem und nahmen am Unterricht teil. Besonders bereichernd war der direkte Austausch mit den polnischen Kindern. Gemeinsam wurden verschiedene Aktivitäten durchgeführt, bei denen schnell Kontakte geknüpft und sprachliche Barrieren durch Offenheit, Neugier und gemeinsames Handeln überwunden wurden.
Die Reise nach Krakau war für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung. Sie verband historisches Lernen mit interkultureller Begegnung und zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Erinnerung und Bildung für eine friedliche und offene Gesellschaft sind.
Ein besonderer Dank gilt der Sanddorf-Stiftung, die diese Bildungsreise finanziell unterstützt hat. Die Förderung hat vielen Lernenden ermöglicht, an der Fahrt teilzunehmen und Erfahrungen zu sammeln, die weit über den Unterricht hinausreichen.
Autorin: Alexandra Köpp



